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sharkman Kapitänleutnant

Anmeldedatum: 05.10.2004 Beiträge: 15584 Wohnort: 50° 58´54" N / 7° 8´ 5" E
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[19810] Verfasst am: 22.06.2005, 22:37 Titel: Freitag, der 13. |
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Freitag, der 13. Februar 2004 – ein ganz normaler Arbeitstag ?
Herr Müller betritt kurz nach neun Uhr sein Büro; kurz vorher hat er seinen magnetisch beschrifteten Werksausweis in das elektronische Türöffnergerät gesteckt. Die Tür zum Verwaltungsgebäude öffnet sich, da sie für die
Personalnummer : 04376 M
vom Computer im EDV – Rechenzentrum laut Vergleich mit den Daten Zugangsberechtigungs- Datei die Berechtigung des Zugangs bestätigt wird. Gleichzeitig wird vom Computer des Personalinformationssystems festgehalten:
Müller, 13.02.2004 Freitag
Arbeitsbeginn : 9:01:43 Uhr
Die Kernzeit beginnt um 9.00 Uhr und Herr Müller hat sich verspätet; der Grund war ein Unfall auf der Autobahn. Aber dieses speichert der Computer nicht – kann er auch nicht, denn woher soll der Computer das wissen?
Gegen halb elf geht Herr Müller aus dienstlichen Gründen zur Finanzabteilung, die in einem anderen Gebäude untergebracht ist. Sämtliche Gebäudeeingangs- bzw. –Ausgangstüren lassen sich nur mittels eines Ausweislesegerätes öffnen bzw. schließen. Das Personalinformationssystem speichert folgende Datensätze:
Müller, 13.02.2004, Gebäude A, GEHT: 10:32
Unterwegs trifft Herr Müller seinen Vorgesetzten, der ihm wortreich ein neues Ablagesystem erklärt, das demnächst eingeführt werden soll. Der Computer weiß natürlich nichts von diesem Gespräch:
Müller, 13.02.2004, Gebäude B: KOMMT: 10:55 Uhr
Nach Beendigung des Dienstgespräches begibt sich Herr Müller wieder auf seinen Arbeitsplatz zurück. Vom Computer wird festgehalten:
Müller; 13.02.2004, Gebäude B, GEHT: 12:03 Uhr
Auf dem Rückweg in sein Büro trifft Herr Müller seinen Kollegen Schulz und gratuliert ihm kurz zu seinem Geburtstag. Auch das kann der Computer nicht wissen:
Müller, 13.02.2004, Gebäude A, KOMMT: 12:14 Uhr
Um 13:30 Uhr verspürt Herr Müller ein Hungergefühl; also geht er schnurstracks zur Kantine. Die Tür lässt sich – wie kann es auch anders sein – nur mit seinem magnetisch beschrifteten Werksausweis öffnen.
Das Kantinenabrechnungssystem ist für Herr Müller sehr praktisch, und warum? Nun, er stellt sich sein Essen und seine Getränke zusammen und geht zur Kasse. Der Kassiererin gibt er seinen Werksausweis, die ihn in die elektronische Kasse steckt und dann die Kennziffern für Speisen und Getränke eingibt. Die Kosten für Essen und Getränke werden automatisch vom Gehalt abgezogen.
Das „Zutischgehen“ ergibt für den Computer folgende Information:
Müller, 13.02.2004, ESSEN KOMMT: 13:34 Uhr
Müller, 13.02.2004, ESSEN GEHT: 14:16 Uhr
Verzehr:
Kennziffer: 16736
Kennziffer: 35743
Kennziffer: 14763
Kennziffer: 16774
Kennziffer: 27393
Herr Müller arbeitet mit einem Bildschirmgerät. Heute geht aber auch alles schief, wie soll es auch anders sein, denn heute ist ja Freitag der 13.. Sieben mal hat man ihm falsche Daten geliefert. Der Computer hat auch prompt reagiert. Da er nicht wissen kann, dass Herr Müller die falschen Daten von anderen geliefert wurden, hält er fest:
Müller, 13.02.2004, Anzahl FEHLEREINGABEN 7
Korrekturzeit: 1 Stunde, 7 Minuten
Das Essen war ihm heute etwas zu fettig, er geht zum werksärztlichen Dienst und lässt sich ein paar Magentabletten geben. Im Computer ist anschließend festgehalten:
Müller, 13.02.2004, Magentabletten, zu fettig gegessen
Heute möchte Herr Müller mit seiner Frau den lange versprochenen Einkaufsbummel machen; um 15:00 Uhr fährt er nach Hause.
Der Computer hält fest:
Müller, 13.02.2004, GEHT: 14:59 Uhr
Mit seinem Wagen fährt er noch schnell zur Werkstankstelle, er muss nicht sofort bezahlen; im Computer ist angegeben:
Müller, 13.02.2004, GETANKT: 52 Liter
Auf der Heimfahrt überlegt Herr Müller, dass dies doch ein ganz normaler Arbeitstag war, dass ihm heute die vollautomatischen Einrichtungen und die Personalabteilung kein - nun ja, von ein paar dummen falschen Daten mal abgesehen, die er ja nicht verschuldet hat – Fehlverhalten nachweisen kann – oder doch?
Drei Wochen später:
Herr Müller wird zum Personalchef gerufen. „Herr Müller“, so beginnt der Personalchef das Gespräch, „Herr Müller, ich mache mir um Ihre Gesundheit und Ihr Verhalten große Sorgen!“
Herr Müller fällt vor Schreck und Staunen fast vom Stuhl. Der Personalchef liest von seiner EDV-Liste mit der Überschrift:
Personal - Informations - System – Alarmliste:
Mitarbeiter Müller
Arbeitstag : 13.02.2004, Freitag
Nicht genehmigter Eingriff in die Kernzeit: ZU SPÄHT
Arbeitsbeginn: 1 Minute, 43 Sekunden ZU FRÜH
Unproduktive Arbeitszeiten:
Wegzeit von Gebäude A nach B:
Durchschnittszeit : 9 Minuten
Müller: 23 Minuten = 12 Minuten UNPRODUKTIV
Wegzeit von Gebäude B nach A:
Durchschnittszeit : 9 Minuten
Müller: 11 Minuten = [2 Minuten UNPRODUKTIV
Tischzeit : Soll 30 Minuten
Müller : 42 Minuten = [12 Minuten ÜBERZOGEN
7 Fehleingaben = 67 Minuten KORREKTURZEIT
Gesamte unproduktive Arbeitszeit: 93 Minuten = 1 Stunde, 33 Minuten
Essverhalten : 1 Bier, 1 Schweinshaxe, 1 Bratkartoffeln, 1 Buttercremetorte, 1 Kaffee
Hinweis : Müller hat ein nervöses Magenleiden. Laut werksärztlichem Dienst bekam er am 13.02.2004 Magentabletten wegen: ZUFETTGEGESSEN.
13.02.2004 Müller tankt 52 Liter Super – Benzin. Tankte am 10.12.2002 52 Liter Super.
Müller fährt einen VW – Golf
Durchschnittsverbrauch 9 Liter auf 100 KM
Müller fuhr innerhalb von 2 Wochentagen etwa 560 KM
DIES IST UNVERANTWORTLICH!
Dass Frau Müller ihren im Urlaub erkrankten Vater abgeholt und Herrn Müller am 11.12. und 12.02.2004 öffentliche Verkehrsmittel benutzt hat, weiß der Computer nicht.
Vorschlag des Computers:
Herr Müller wird zum Quartalsende gekündigt!
Der Personalchef zu Herrn Müller: “Dies sind Fakten, an denen wir nicht vorbeigehen können. Fakt ist nun mal Fakt – Herr Müller – Sie müssen auch einmal unsere Lage sehen ! Sie verstehen uns doch?“
Und der Kollege Müller denkt, noch ganz benommen, als er die Tür zum Personalbüro hinter sich ins Schloss fallen hört :
Dieser Freitag, der 13.02.2004, war aber doch ein ganz normaler Arbeitstag !?!
H. Lubosch / UHEY 07 / 04 _________________ „Wer gestern jung war, muss heute nicht von gestern sein"  |
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Alpengirl Kapitänleutnant

Anmeldedatum: 08.09.2004 Beiträge: 14638 Wohnort: Im schönen Oberallgäu
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[19848] Verfasst am: 23.06.2005, 07:39 Titel: |
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Wow, der Beitrag der hat doch was.........
Super Sharky, Danke.
AG _________________
Ma mueß allat s´Bescht hoffa, s´Schleacht kommt vo sell....
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froggy Bootsmann

Anmeldedatum: 26.05.2005 Beiträge: 2242 Wohnort: Bergisch Gladbach
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[19865] Verfasst am: 23.06.2005, 09:51 Titel: |
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Also ich bin ehrlich ich hab das nicht kapiert!!!! Lol Naja is ja auch egal aber wenn AG den gut findet dann glaub ich ihr das mal _________________ Et hät noch immer joot jejange!!!!!!  |
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Alpengirl Kapitänleutnant

Anmeldedatum: 08.09.2004 Beiträge: 14638 Wohnort: Im schönen Oberallgäu
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[19874] Verfasst am: 23.06.2005, 10:45 Titel: |
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Hihi Froggy....... Ist ja nett von dir, mir einfach so zu glauben.  _________________
Ma mueß allat s´Bescht hoffa, s´Schleacht kommt vo sell....
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sharkman Kapitänleutnant

Anmeldedatum: 05.10.2004 Beiträge: 15584 Wohnort: 50° 58´54" N / 7° 8´ 5" E
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[19943] Verfasst am: 23.06.2005, 21:44 Titel: |
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@ DOLO, für die "schöne neue Welt" bedarf es keines Werksausweises. Demnächst werden die Gesichter der Beschäftigten eingescannt, dann brauchst Du diesen lästigen Ausweis auch nicht mehr. _________________ „Wer gestern jung war, muss heute nicht von gestern sein"  |
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