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Sturmflut 1962

 
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Pauline
Oberleutnant


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Beitrag[266023] Verfasst am: 02.02.2012, 10:59    Titel: Sturmflut 1962 Antworten mit Zitat

Vor fast 50 Jahren

Zitat:
Dramatische Tage für die Nordseeküste

02. Februar 2012 | Von hn

Schwere Flut verwüstete Halligen und Festlandsköge

Nordfriesland. Die Sturmflut vom 16. auf den 17. Februar 1962 hinterließ schwere Schäden in Nordfriesland. Von den Zerstörungen am stärksten betroffen waren die Bewohner der Halligen. In den damaligen Kreisen Eiderstedt und Husum brachen mehrere Deiche, so dass Köge voll Wasser liefen. Menschen kamen - im Gegensatz zu Hamburg, wo 315 starben - nicht ums Leben. Etliche Nutztiere ertranken.

Am Morgen des 17. hatte sich das Wasser zurückgezogen und Schäden freigegeben. Die provisorische Sicherung begann sofort. Die eigentlichen Reparaturen führten später Firmen aus. Kreise, Gemeinden und Marschenbauamt (heute das Landesamt für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz) zogen ihre Lehren aus dem Ereignis und leiteten im Zuge eines Generalplans den modernen Küstenschutz ein. In Erinnerung an diese Flut haben Augenzeugen das Wort, beleuchten wir in loser Folge die Historie und lassen Bilder sprechen. Wer das dramatische Geschehen aus eigenem Erleben schildern kann oder historische Fotos bewahrt hat, kann sich an uns wenden unter E-Mail: kreisredaktion.husum@shz.de oder Telefon 04841/89651310.

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Je höher man kommt, desto mehr Kräfte sind verbraucht,
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(Sir Peter Ustinov)
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Pauline
Oberleutnant


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Beitrag[266024] Verfasst am: 02.02.2012, 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

Einige Fotos aus dem Uelvesbüller Koog






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Wolfgang
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Beitrag[266029] Verfasst am: 02.02.2012, 12:12    Titel: Antworten mit Zitat

Der Deich ist weich... Geschockt


@ Pauline

Danke für die eindrucksvollen Bilder. Da werden wir ja zu den Jahrestagen im TV und anderweitig reichlich historische Bildung erhalten.
Ich find das klasse!
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..
..
Gruß Wolfgang - Diese Nachricht ist zu 100% biologisch abbaubar -
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Pauline
Oberleutnant


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Beitrag[266073] Verfasst am: 04.02.2012, 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Das gehört eigentlich nach "Hamburg", aber man muß ja nicht noch einen Thread aufmachen

Zitat:
Sturmflut 1962
"Losgeworden bin ich die Bilder nie"

03. Februar 2012 | 10:00 Uhr | Von Frank Jung

So dramatische Folgen hat es nach einer Sturmflut in der jüngeren Geschichte nicht gegeben: Vor 50 Jahren verwüstete die Nordsee mit einem Wasserstand von 5,70 über Normalnull die Küste.

Hamburg. Die Sturmwarnung im Radio hatte er bereits um 22 Uhr gehört - da aber keineswegs auf sich bezogen. Schließlich lag die Fünf-Seen-Kaserne in Plön, in der Uwe Düwel stationiert war, weitab von der Westküste, dem Angriffspunkt der sich auf der Nordsee aufbauenden Ausnahme-Flut. Doch mitten in der Nacht war der damals 23-Jährige plötzlich ein entscheidendes Rädchen in der Maschinerie, die den Katastrophengebieten Hilfe bringen sollte. Eine Order per Fernschreiber hatte in der friedlichen Holsteinischen Schweiz Alarm ausgelöst - woraufhin Düwel als wachhabender Unteroffizier vom Dienst mit schrillen Pfiffen vier Kompanien des Plöner Pionier-Bataillons aus dem Reich der Träume holte.

Wohin es gehen sollte, erfuhren die rund 400 Mann erst nach der Abfahrt: nach Hamburg. Denn zur Überraschung vieler hatte die Naturkatastrophe in der im Hinterland gelegenen Millionen-Metropole noch viel schlimmere Spuren hinterlassen als in den viel exponierteren Küstenregionen. An mehr als 50 Stellen waren auf dem Gebiet der Hansestadt ab kurz nach Mitternacht fast im Minutentakt die Elbdeiche gebrochen.

5,70 Meter über Normalnull


weiter:
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Sonnenblume
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Beitrag[266074] Verfasst am: 04.02.2012, 21:20    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, Pauline, für die Bilder und Berichte. Kann mich auch noch schwach erinnern.Das war schon eine schlimme Sturmflut. Meine Eltern haben uns viel
darüber erzählt.
Liebe Grüsse - Sonnenblume
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Pauline
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Beitrag[266141] Verfasst am: 06.02.2012, 17:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Die große Flut 1962
Eine Hallig-Familie kämpft um ihr Leben

06. Februar 2012 | 04:20 Uhr | Von Juliane Kahlke

Die große Sturmflut 1962 auf der Hallig Langeneß: Ein Heulager dient als letzte Zuflucht für die Eheleute Petersen und ihren kleinen Sohn.

Langeneß. Hauke Petersen holt die kleine Flasche Likör aus dem Keller. Die Weckgläser mit Fleisch und anderem Einmach-Gut hat der Mann von der Neu-Peterswarft bereits in die Küche getragen und auf den Tisch gestellt. Als er die Flasche absetzt, sagt er zu seiner Frau: "Das wird heute Nacht noch unser Tröster werden."

Am Mittag des 16. Februar läuft das Wasser nicht mehr ab. Das Niedrigwasser steht in der Nordmarsch, dem westlichen Teil der Hallig Langeneß, so hoch wie in den Stunden der ablaufenden Flut. Hauke Petersen ahnt Schlimmes. Er hat in Kappeln Bootsbauer gelernt, bevor er als Steuermann die Meere befuhr und Anfang 1961 mit seiner Frau auf die Hallig zog. Jetzt überlegt er nicht lange, handelt.

Plötzlich bricht die Decke ein

Bis zum Abend bringt das Ehepaar seine Möbel und beweglichen Güter auf den Hausboden. Ihr Sohn Bernd, gerade ein Dreivierteljahr alt, liegt warm und wetterfest eingepackt in seinen Kissen. Während Regina Petersen erneut zum Dachboden hinaufsteigt, geht ihr Mann ins Schlafzimmer, in der Nordwestecke des Hauses gelegen.

In dem kleinen Schlafraum geht er zum Kleiderschrank, greift hinauf, um die dort verwahrten Boots-Baupläne zu holen. In diesem Moment drücken die Wassermassen die Hausecke ins Zimmer. Lehm, Erde, Steine spülen ihm vor die Füße. Im Nu steht der junge Vater bis über die Hüften im Wasser. Die Tür mit den Kassettenfächern lässt sich nicht mehr öffnen, Erde und Geröll haben sich davor geschoben. "In dem Moment habe ich dann doch ein wenig Angst bekommen", sagt Petersen. Er tritt die Tür ein und flieht durch das Loch. Das Wasser folgt ihm. Es flutet den Flur, es flutet das Wohnzimmer. Innenwände fallen nach und nach um. Kaum durch die Schlafzimmertür gezwängt, ruft Hauke Petersen nach seiner Frau. Sie soll sich mit Sohn Bernd auf dem Arm nicht von der Treppe rühren.

Dach hält nicht mehr lange durch

Die Ereignisse spitzen sich zu: Gegen 22 Uhr läuft der Feting, in dem auf der Warft Regenwasser gesammelt wird, voll. Nicht viel später erreicht die Nordsee auch die Pumpvorrichtung am Haus. Der Scheitelpunkt der Flut soll um erst 1 Uhr nachts erreicht sein.

Dem Familienvater ist klar: Ohne Wände hält das Dach nicht lange durch. Damit scheidet der Boden als Rückzugsort aus. Wohin jetzt? Hauke Petersen hat bei anderen Fluten beobachtet, dass die hohen Heulager im Hof Fluten recht lange standhalten. Erst wenn sie zu gut Zweidritteln im Wasser stehen, tragen die Wogen sie mit fort.

Wie sollen sie zum Heudiemen gelangen?

Hier gehts weiter:
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Sonnenblume
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Beitrag[266184] Verfasst am: 07.02.2012, 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Es liest sich wie ein Krimi !
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Pauline
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Beitrag[266191] Verfasst am: 08.02.2012, 11:55    Titel: Antworten mit Zitat

Noch mehr Krimi

Zitat:
Große Sturmflut 1962
Der Dachboden als letzte Zuflucht

08. Februar 2012 | 06:50 Uhr | Von Frank Jung

Einstürzende Wände, ertrinkende Tiere, Trinkwasser-Notstand und alle Zimmer voller Schlamm: Wie das Jahrhundert-Hochwasser auf Hallig Gröde wütete.

Hallig gröde. Es war der erste Winter, den die vom nordfriesischen Festland stammende Hilda Nommensen bei ihrem frisch angetrauten Mann Nommen Hans auf Hallig Gröde verbrachte - und prompt fand sie sich in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 inmitten der Jahrhundert-Sturmflut wieder. Buchstäblich: Fast einen Meter hoch tobte die Nordsee bei den Nommensens durch den Flur. Es gehörte Glück dazu, dass die Hauswände standhielten und die Familie das Inferno auf dem Dachboden überlebte. Das Stallgebäude drückten die Wassermassen ein.

Eigentlich sollte gefeiert werden: Es war der 56. Geburtstag von Nommen H. Nommensens Mutter. Mit ihr und ihrem Mann wohnte das junge Paar in einem Haus, bis es im Frühsommer eigene vier Wände bauen wollte. Etwa ein Dutzend Halligbewohner hatten sich bei den Nommensens versammelt. "Zum Kaffeetrinken - das traditionell abends stattfand - kamen wir aber nicht mehr", schildert Nommen H. Nommensen (77). Es müsse gegen 20.15 Uhr gewesen sein, als einer vor die Tür ging und vermeldete: "Gleich läuft schon der Fething voll." Das ist das mit Regenwasser bestückte Trinkwasser-Reservoir. Da wussten die Gröder, dass es in zweierlei Hinsicht kritisch werden würde: dass durch die Versalzung Mensch und Tier nichts mehr zum Durstlöschen haben würden. Denn eine Wasserleitung vom Festland gab es noch nicht. Und dass zweitens das Wasser auch in die Häuser laufen würde. Denn ihr Höhenprofil lag mit dem Fething gleichauf.

"Ein Rauschen wie von Bäumen"

Nommen H. Nommensen wagte sich etwas später noch vor die Tür, um die Schafe zu schützen. Bretter - ursprünglich draußen gestapelt - schwammen umher und drohten, den Tiere gefährlich zu werden. "Bis zur Taille stand ich im Wasser", erzählt er.

Etwa um 23 Uhr habe die Flut dann die untere Hälfte der Haustür eingedrückt. Da wurde selbst Nommen H. Nommensen als sturmerprobtes Halligkind nachdenklich: Denn Hochwasser war erst für 1 Uhr morgens angekündigt.

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Beitrag[266212] Verfasst am: 10.02.2012, 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Und noch mehr Geschichten

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Beitrag[266223] Verfasst am: 11.02.2012, 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Als das Meer Eiderstedt holen wollte

11. Februar 2012 | 00:10 Uhr | Von Ilse Buchwald

Die Sturmflut von 1962 flutete den Uelvesbüller Koog / Auch in Tümlauer-Koog drohte der Deich zu brechen

Eiderstedt. Die Nacht zum 17. Januar 1962 hätte für Eiderstedt eine Katastrophe bedeuten können. Doch die Wasserstände fielen rechtzeitig, noch bevor die bereits stark beschädigten Deiche in Tümlauer-Koog und Norderheverkoog brachen. Zu verdanken ist das der Überflutung des Uelvesbüller Koogs und des benachbarten, unbewohnten Norderfriedrichsommerkoogs mitten in der Nacht. Augenzeugen an vielen anderen Orten auf Eiderstedt und Nordstrand berichten, dass zu diesem Zeitpunkt plötzlich der Wasserspiegel sank. Die Bewohner der Halbinsel waren noch einmal davongekommen. Kein Mensch war den Fluten zum Opfer gefallen.

Im Uelvesbüller Koog erlebte der damals 25-jährige Richard Wiborg die dramatische Nacht mit. Gemeinsam mit seinem Bruder Dieter, mit Mutterschafen und ihren Lämmern sowie ein paar Ferkeln verbrachte er die Nacht im Obergeschoss des Bauernhauses, das nicht weit vom Deich entfernt liegt. Den Betrieb hatte er 1959 von seinen Eltern übernommen. "Ich hatte überhaupt nicht mit einer Sturmflut gerechnet. Gegen Abend kam dann richtig Sturm auf", erinnert sich Wiborg. Der Wind habe von Süd auf West gedreht und das Wasser gegen den Deich gedrückt. "Es war hoher Wellengang." Der junge Landwirt musste nun sehen, dass er sein Vieh in Sicherheit brachte. Sein Bruder Horst trieb Kühe, Rinder, Schafe und Sauen auf den Mitteldeich, der landeinwärts liegt. "40 bis 50 Zentimeter hoch stand das Wasser schon. Nur eine Sau wollte nicht, die ist weggelaufen und ertrunken.Wie etliche andere Schafe und Schweine auch." Die Tiere wurden in der Nacht noch zum Sandkrug an der Straße zwischen Witzwort und Simonsberg gebracht. Im Stall hatte Wiborg aber noch Mutterschafe mit Lämmern und die Ferkel, die er und sein Bruder auf den Dachboden des Hauses brachten. In Haus und Stall waren Taschenlampen die einzigen Lichtspender, weil der Strom ausgefallen war. "Aber draußen war es hell genug, da schien der Vollmond."

Gegen 23.15 Uhr sei dann der Deich, nur 270 Meter vom Hof entfernt, gebrochen, berichtet Wiborg. 70 bis 80 Meter breit war die Lücke, durch die das Wasser strömte. "Da sind mein Bruder und ich nicht mehr rausgekommen. Und um Mitternacht war der Koog dann vollgelaufen", erinnert er sich. Das Wasser stand 1,5 Meter hoch im Vorhaus.

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Brigitte
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Beitrag[266236] Verfasst am: 12.02.2012, 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

Danke @Pauline für die spannenden Geschichten Sehr glücklich
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Sonnenblume
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Beitrag[266282] Verfasst am: 13.02.2012, 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

@ Pauline, danke für die Berichte !
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Pauline
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Beitrag[266335] Verfasst am: 15.02.2012, 13:37    Titel: Antworten mit Zitat

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